Touren

Schadensminderung – Besichtigungstouren der Angebote im Kanton Basel-Stadt

Die Drogenpolitik des Kantons Basel-Stadt beruht auf dem sogenannten Vier-Säulen Modell. Die vier Säulen: Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression sind elementare Bestandteile eines umfassenden und von allen politischen Kräften getragenen Konzepts im Umgang mit Drogenkonsumenten. Der Bereich Schadensminderung wird durch eine Vielzahl von sozialen Einrichtungen getragen. Gemeinsame Zielsetzung ist es, der gesundheitlichen und sozialen Verelendung von Drogenkonsumierenden sowie ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung entgegenzuwirken und eine positive Zukunftsentwicklung zu unterstützen.

Die Touren bieten den an der Tagung Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vor Ort über die praktische Arbeit wichtiger Einrichtungen aus dem Bereich Schadensminderung zu informieren und mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen über die konkrete Alltagsarbeit zu diskutieren. Die Teilnehmer werden auf der Tour von einer Suchtfachperson begleitet und haben hierbei auch die Möglichkeit einen Blick auf Basel zu werfen. Die Führung und die Präsentation in den Einrichtungen finden in englischer und deutscher Sprache statt.

Das Zentrum für Heroingestützte Behandlung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel ist eines von 23 Behandlungszentren in der Schweiz, das die Vergabe von pharmazeutischem Heroin im Rahmen einer substitutionsgestützten Behandlung anbietet. Auf der Tour durch die Räumlichkeiten des Zentrums werden wesentliche Aspekte der heroingestützten Behandlung vorgestellt. Grundgedanke dieses Behandlungsangebotes ist, dass sich schadensmindernde Ideen und hochspezialisierte medizinische Behandlung gegenseitig ergänzen können. Dieser Gedanke wird konkret umgesetzt durch eine Vielzahl eng miteinander verbundener medizinischer, psychologischer und sozialarbeiterischer Hilfen.
Das Tageshaus für Obdachlose bietet Menschen mit Sucht- oder weiteren Problem einen Aufenthalts- und Begegnungsort. Darüber hinaus gehört die Möglichkeit zu duschen, Wäsche zu waschen oder zu essen genauso zum Angebot wie Beratung und Betreuung bei sozialen Belangen. Die gegenüberliegende Werkstatt Jobshop bietet 20 bis 25 sozial benachteiligten und substanzabhängigen Menschen niederschwellige Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Das Angebot kann ohne besondere Voraussetzungen besucht werden. In erster Linie geht es um die Schaffung einer sinnvollen Tagesstruktur. Wo immer möglich, wird die Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt.
Die Kontakt- und Anlaufstellen der Suchthilfe Region Basel bieten Menschen, die illegale Drogen konsumieren, Injektions- und Inhalationsräumlichkeiten sowie Sniff-Bereiche an, in denen sie unter fachlicher Aufsucht mitgebrachte Substanzen konsumieren können. Darüber hinaus werden saubere Konsumutensilien wie z.B. Spritzen angeboten. Durch die Möglichkeit zum hygienischen Drogenkonsum sollen Infektionen z.B. mit HIV oder Hepatitis verhindert und in Folge die Erkrankungsrate und Mortalität der Konsumenten gesenkt werden. Mit der angebotenen medizinischen und sozialen Beratung und Betreuung wird der Verelendung und sozialen Ausgrenzung der Betroffenen entgegengewirkt.
Diese Tour bietet die Möglichkeit, eine Ausstellung zur geschichtlichen Entwicklung der Suchthilfe im Kanton Basel-Stadt zu besuchen. Die Ausstellung führt durch die Entwicklung der Suchtpolitik des Kantons Basel-Stadt der letzten 100 Jahre. Zum einen dokumentieren Textbeiträge und Bilder wichtige Institutionen und Akteure, die in der Behandlung von „Trunksüchtigen“ bis hin zu Drogenabhängigen eine entscheidende Rolle spielten. Zum anderen wird über interaktive Angebote den Besuchern der zeitliche Wandel im Umgang mit Sucht und Suchtmitteln näher gebracht. Aufgezeigt wird, wie sich unterschiedliche gesellschaftliche und soziale Entwicklungen auf die Suchtpolitik auswirken und sich gegenseitig beeinflussen. Was ehemals legal war, kann heute strafbar sein. Was heute noch verboten ist, muss morgen nicht zwangsläufig noch illegal sein.

Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 15 Personen pro Tour begrenzt.

>> Es sind noch wenige Plätze für einzelne Touren frei. Sie können sich am Mittwoch, 7. Mai ab 10.30 Uhr am Registration-Desk anmelden.